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Nationalelf feiert EM-Abschluss in Berlin

Berlin - Enttäuschung weg­geju­belt: Auch ohne den «Pott» des Fußball-Euro­pameis­ters haben rund hun­dert­tau­send Fans am Montag mit der Natio­nalelf auf Deutsch­lands größter Fan­meile in Berlin den EM-Abschluss gefei­ert.

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Unter dem Jubel zehn­tau­sen­der Fußballanhänger ist die deut­sche Natio­nalelf am Mon­tagnach­mit­tag am Bran­den­bur­ger Tor in Berlin ein­getrof­fen. Bei strah­len­dem Son­nen­schein wurden auf Deutsch­lands größter Fan­meile zahl­lose Fahnen in Schwarz-Rot-Gold geschwenkt.

Ein schwarz-rot-gol­denes Fah­nen­meer wogte am Bran­den­bur­ger Tor, als die Vize-Euro­pameis­ter von Trainer Joachim Löw am Nach­mit­tag mit zwei Bussen vor­fuh­ren. Auf einem Papp-Pokal stand «Danke», auf einem Trans­parent «Ihr seid die Besten». Als sich Torhüter Jens Lehmann als erster auf der rie­sigen Bühne den Massen zeigte und einen Fußball in die Menge schoss, klatsch­ten die meist jungen Fans, die Menge hüpfte. Die Kicker präsen­tier­ten sich wenige Stunden nach der 0:1-Nie­der­lage im EM-Finale gegen Spanien schon wieder locker, wenn auch nicht in großer Jubel­laune.

«Natürlich ist man enttäuscht , wenn man so weit kommt», sagte Kapitän Michael Ballack, der als letzter Spieler auf dem weißen Lauf­steg vor dem deut­schen Wahr­zei­chen erschien, zu dem ver­lore­nen Finale. «Aber ohne die Fans hätten wir es nie geschafft», rief der 31-Jährige, dessen lädierte Augen­braue vom Kampf gegen die Spanier frisch genäht und von einem Pflas­ter bedeckt war. Den größten Kreisch­fak­tor vor allem bei den weib­lichen Fans gab es, als sich Mit­tel­feld­spie­ler Bastian Schwein­stei­ger und Stürmer Lukas Podolski der Menge zeigten. Podolski betätigte sich auch als Anhei­zer und ani­mierte - nicht ganz melo­die­sicher - zum Mit­sin­gen der Fan­kur­ven­hymne «Humba, humba tätärääää...»

Genau vor 722 Tagen war die deut­sche Natio­nalelf schon einmal zum Fanfest zum Bran­den­bur­ger Tor gekom­men - dem emo­tio­nalen Abschluss der Fußball-Welt­meis­ter­schaft 2006. Zwar wurden nun bei der «Danke»- Party nach der EM Erin­nerun­gen an das dama­lige Sommermärchen wach. Doch während vor zwei Jahren rund 1,5 Mil­lio­nen Men­schen am Bran­den­bur­ger Tor an einem Sonntag fei­erten, fiel die Party diesmal an einem nor­malen Arbeits­tag etliche Nummern kleiner aus. Nach einer Stunde war die Party, zu der vor­wie­gend junge Leuten gekom­men waren, schon wieder vorbei. Etliche ver­miss­ten aber eine «Gänse­haut­stim­mung» wie 2006, als der WM-Dritte Deutsch­land als «Welt­meis­ter der Herzen» gefei­ert wurde. Damals war es auch eine - letzt­lich ver­geb­liche - Demons­tra­tion, um Team­chef Jürgen Klins­mann zum Bleiben zu bewegen.

Trotzdem hatten sich am Montag schon Stunden vor dem offi­ziel­len Par­tystart tau­sende Anhänger vor der großen Bühne am Bran­den­bur­ger Tor warm­gefei­ert. Wie bei dem nur wenige Stunden zurücklie­gen­den EM- Finale waren viele in Fahnen gehüllt, trugen schwarz-rot-goldene Perücken oder hatten sich die Natio­nal­far­ben ins Gesicht gemalt.

«Für Schweini tue ich alles», rief die 15-jährige Marie, die mit drei Mitschülerin­nen gekom­men war und extra für ihr Idol Bastian Schwein­stei­ger früher aus der Schule gehen durfte. Viele Eltern waren mit ihren fußball­begeis­ter­ten Sprösslin­gen gekom­men. Für den Nach­mit­tag hatte die Schul­ver­wal­tung frei­gege­ben. Die Mann­schaft und das Team revan­chier­ten sich mit einem langen Spruch­band, auf dem stand: «82 Mil­lio­nen + 23 = 1 Team». Nach der Feier stand für die meisten Spieler erst einmal Urlaub auf dem Plan

dpa-infocom


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