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Arbeitslosenzahl sinkt auf 3 160 000

Nürnberg - Der Arbeits­markt in Deutsch­land präsen­tiert sich wei­ter­hin in einer guten Ver­fas­sung.

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Eine gute Nach­richt zum Som­mer­beginn: Die Zahl der Arbeits­losen in Deutsch­land ist weiter zurück gegan­gen. Mit einer sin­ken­den Infla­tion rechnen die Exper­ten erst im kom­men­den Jahr.

Die Zahl der Arbeits­losen ist im Juni um 123 000 auf 3 160 000 gesun­ken. Das ist der nied­rigste Wert seit Dezem­ber 1992.

Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der Arbeits­losen um 528 000, berich­tete die Bun­des­agen­tur für Arbeit am Diens­tag in Nürnberg. Die Arbeits­losen­quote ging um 0,3 Punkte auf 7,5 Prozent zurück. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 8,8 Prozent gelegen. Die sozi­alver­siche­rungs­pflich­tige Beschäftigung nehme weiter zu, sagte der Vor­stands­chef der Bun­des­agen­tur für Arbeit, Frank- Jürgen Weise. Auch die Nach­frage nach Arbeitskräften bleibe auf hohem Niveau.

Als Gründe für die posi­tive Ent­wick­lung nannte Weise die übliche Frühjahrs­bele­bung der Wirt­schaft, die gute Kon­junk­tur, die Wirkung der Arbeits­mark­tre­for­men und den Rückgang des Arbeitskräfte­ange­bots um 70 000 bis 90 000 im Ver­gleich zum Vorjahr. Die Zahl der sozi­alver­siche­rungs­pflich­tig Beschäftigten lag zuletzt (im April) mit 27,34 Mil­lio­nen um 602 000 über dem Vor­jah­res­wert. «Seit dem Tiefst­punkt im Jahr 2006 wurden 1,4 Mil­lio­nen sozi­alver­siche­rungs­pflich­tige Arbeitsplätze neu geschaf­fen, über­wie­gend in Voll­zeit», sagte Weise.

Unter den gegebenen Umständen hält Weise eine weitere Senkung des Bei­trags zur Arbeits­losen­ver­siche­rung auf 3,0 Prozent für möglich. Bei einer anhal­tend guten wirt­schaft­lichen Ent­wick­lung werde die Bun­des­agen­tur bis zum Jahr 2012 zehn bis elf Mil­liar­den Euro Über­schuss erwirt­schaf­ten, sagte Weise am Diens­tag in Nürnberg. Die Politik müsse ent­schei­den, ob sie das Geld zur Senkung der Beiträge oder für zusätzliche arbeits­markt­poli­tische Maßnahmen ver­wen­den wolle. Weise gab aber zu beden­ken, dass bereits ein Anstieg der Zahl der Arbeits­losen um 100 000 zu Mehr­kos­ten von 1,3 Mil­liar­den Euro pro Jahr führe.

Im Herbst dieses Jahres könnte die Arbeits­losen­zahl laut Weise erst­mals seit Novem­ber 1992 wieder unter die Drei-Mil­lio­nen-Marke sinken. «Die Wahr­schein­lich­keit liegt bei 50 Prozent», sagte Weise. Unge­ach­tet einer möglichen Eintrübung der wirt­schaft­lichen Ent­wick­lung ist die Nach­frage der Unter­neh­men nach Mit­arbei­tern unverändert hoch. «Der Bun­des­agen­tur sind über eine Million offene Stellen bekannt, davon 84 Prozent auf dem ersten Arbeits­markt», berich­tete der BA-Chef. Stel­len­strei­chun­gen gebe es ledig­lich im Bereich des öffent­lichen Diens­tes, bei Banken und Ver­siche­run­gen sowie auf dem Bau. «Alle anderen Bran­chen bauen auf, vor allem der Bereich unter­neh­mens­nahe Dienst­leis­tun­gen.»

Die Abnahme der Arbeitslosigkeit im Juni bewegt sich auf dem Niveau der ver­gan­genen drei Jahre. Sai­son­berei­nigt ergibt sich ein Rückgang um 38 000 auf 3,266 Mil­lio­nen. Im Westen nahm die um jah­res­zeit­liche Einflüsse berei­nigte Erwerbs­losen­zahl um 21 000 ab, im Osten um 17 000. Nach Ansicht von Bun­des­arbeits­minis­ter Olaf Scholz machen die guten Nach­rich­ten vom Arbeits­markt «Mut und bekräftigen das Ziel einer Voll­beschäftigung». Mehr und bessere Bildung sei dabei ein wesent­licher Schlüssel, sagte Scholz in Berlin.

In West­deutsch­land waren im Juni noch 2 072 000 Männer und Frauen ohne Beschäftigung. Das waren 66 000 weniger als im Mai und 354 000 weniger als vor einem Jahr. In Ost­deutsch­land gab es im Juni 1 086 000 Erwerbs­lose, 57 000 weniger als im Vor­monat und 173 500 weniger als im Vorjahr. Die Arbeits­losen­quote lag im Westen bei 6,2 Prozent, im Osten bei 12,7 Prozent.

dpa-infocom


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