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Zukunft der Hitler-Figur nach Attacke unklar

Berlin - Nur wenige Minuten nach der Eröffnung von Madame Tussauds in Berlin hat ein 41-jähriger Störer der Wachs­figur von Adolf Hitler den Kopf abge­ris­sen.

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Kurz nach der Eröffnung des neuen Ber­liner Wachs­figu­ren­kabi­netts Madame Tussauds hat ein Besu­cher den Kopf der Figur von Adolf Hitler abge­ris­sen. Nach Angaben der Polizei vom Samstag wurde der 41-Jährige am Vor­mit­tag fest­genom­men.

Der Mann, laut Medien­berich­ten ein der linken Szene nahe­ste­hen­der Ex-Poli­zist, stürzte am Sams­tag­mor­gen auf den wächser­nen Dik­tator zu und zerstörte die umstrit­tene Puppe - angeb­lich wegen einer Wette. Mit­arbei­ter konnten die Attacke nicht ver­hin­dern. Die Polizei nahm den Que­rulan­ten noch in dem Museum nahe dem Bran­den­bur­ger Tor fest. Er ist wieder frei. Gegen Frank L. wird wegen Sach­beschädigung und Körper­ver­let­zung ermit­telt, ein Mit­arbei­ter des Wachs­figu­ren­kabi­netts war leicht ver­letzt worden. Ob der Dik­tator wieder aus­gestellt wird, ist noch unklar.

Medienberichte zeichneten den Täter als Stören­fried, der seinen Dienst als Poli­zist vor Jahren quit­tiert hat. Die Ber­liner Polizei äußerte sich dazu nicht. Als Grund für die Randale gab er eine Wette mit Freun­den an. «Ich stehe poli­tisch eher links, bin aber kein Extre­mist», sagte Frank L. der «Bild am Sonntag». Außerdem habe er sich sehr über die Hitler-Figur in der Aus­stel­lung geärgert. Frank L. zeigte auch Reue. «Gestern hätte ich gesagt, ich fühl mich gut. Aber heute tut es mir schon wieder leid, was ich da getan habe», sagte er dem Inter­net­por­tal «Mor­gen­post Online». Bei der Wette sei es aber nicht um Geld gegan­gen, betonte er.

Die Spre­che­rin des Museums, Natalie Ruoß, konnte sich am Samstag nicht erklären, wie es zu dem Vorfall kam, am Sonntag gab es keine weitere Stel­lung­nah­men. Zwei Mit­arbei­ter hatten den Angrei­fer noch auf­hal­ten wollen. Dabei kam es zu einem Hand­gemenge, bei dem einer der Mit­arbei­ter am Bein ver­letzt wurde. Schließlich sprang der 41-Jährige über den Schreib­tisch, schrie «Nie wieder Krieg» und köpfte den Dik­tator, wie ein Augen­zeuge der dpa sagte. Die angeb­lich 200 000 Euro teure Figur wurde in einen nicht-öffent­lichen Raum gebracht.

Das neue Wachsfigurenkabinett Unter den Linden 74 ist nach London und Ams­ter­dam die dritte Tussauds-Nie­der­las­sung in Europa und die achte welt­weit. Als bekannt wurde, dass eine Adolf-Hitler-Puppe in Berlin zu sehen sein wird, gab es viele Pro­teste. Der Dik­tator war als gebro­che­ner, alter Mann hinter einem Schreib­tisch dar­gestellt. Das Berühren oder Foto­gra­fie­ren sollte ver­boten sein. In London bei Madame Tussauds und im Ham­bur­ger Pan­opti­kum stehen eben­falls Hitler-Figuren. Die bri­tische wurde schon oft beschädigt, aus Hamburg sind kaum Pro­bleme bekannt.

Unter den mehr als 70 Figuren im Ber­liner Kabi­nett sind auch Bun­des­kanz­lerin Angela Merkel (CDU), der Regie­rende Bürger­meis­ter Klaus Wowe­reit (SPD) sowie der Schrift­stel­ler Günter Grass. Alt-Kanzler Helmut Kohl (CDU) bemängelte nach Angaben der «Bild»-Zeitung, dass er nie sein Ein­verständnis dazu gegeben habe, dass er in dem Museum dar­gestellt wird. «Das ist alles sehr unseriös, da fehlt jeder Anstand. Ich gebe die Sache meinem Anwalt», sagte Kohl. Sein Bürolei­ter bestätigte auf Anfrage den Bericht, wollte aber keine wei­teren Angaben dazu machen.

Internet: www.mada­metussauds.com/Berlin

dpa-infocom


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