Hunderttausende feierten Christopher Street Day
Köln/Madrid/Budapest (dpa) - Mit bunten Paraden haben hunderttausende Menschen am Wochenende in zahlreichen Städten Europas den Christopher Street Day gefeiert und für die Rechte von Homosexuellen demonstriert.
|
Sie benötigen Flash Player 9, um den RZ-Video-Player ansehen zu können.
«Null Toleranz für Null Toleranz» lautete das diesjährige Motto des Christopher Street Day in Köln. Doch neben der politischen Demonstration für die Rechte von Homosexuellen stand vor allem eine Menge Spaß im Mittelpunkt der bunten Paraden. |
Auf einer der größten Paraden feierten in Köln Hunderttausende. Rund 20 000 Teilnehmer zogen am Sonntag zu Fuß oder auf einem von etwa 60 Wagen durch die Innenstadt. Das Motto lautete «Null Toleranz» und sollte nach Angaben der Veranstalter bewusst provozieren. Noch immer würden Homosexuelle in vielen Bereichen der Gesellschaft diskriminiert. «Wir wollen klar machen, dass wir keine Opfer sind, sondern eine starke Minderheit», sagte ein Sprecher.
An einem bunten Umzug durch das Zentrum der spanischen Hauptstadt Madrid nahmen am Samstagabend auch mehrere Politiker teil, darunter Gleichstellungs-Ministerin Bibiana Aído. Die Veranstalter sprachen von mehr als einer Million Teilnehmern. Schwule, Lesben und Transsexuelle protestierten gegen eine Verfassungsklage, mit der die konservative Opposition die Homo-Ehe abschaffen will, die vor drei Jahren von der sozialistischen Regierung eingeführt worden war. Auch Diskriminierung in der Schule oder am Arbeitsplatz wurde kritisiert.
In Budapest hatten am Samstag Rechtsextremisten die rund 1500 Umzugsteilnehmer mit Steinen und Eiern beworfen und Hassparolen wie «Dreckige Schwule, verreckt!» gerufen. Bei Zusammenstößen mit der Polizei warfen die Extremisten auch Brandsätze. Zwölf Polizisten wurden verletzt, zwölf Polizeifahrzeuge beschädigt.
Mit dem Christopher Street Day wird weltweit an die erste große Demonstration von Homosexuellen im Juni 1969 in New York erinnert.
dpa-infocom













