Knallbunte Komödie um ein Playmate
Hamburg Märchenhaft erscheint ihr der eigene Aufstieg: Vom Findelkind im Waisenhaus hat es die superblonde Shelley (Anna Faris) zum Bunny gebracht.
Spärlich bekleidet lebt das sexy Häschen mit seinen Artgenossinnen im protzigen kalifornischen Playboy-Mansion des steinalten Hugh Hefner, flirtet gekonnt und feiert Partys. Doch ausgerechnet am Geburtstag schlägt das Schicksal zu: Weil 27 Jahre für ein Bunny soviel seien wie 59 für normale Frauen, wird Shelley aus dem sicheren Nest geworfen. Völlig desorientiert und bauchfrei stakst der Marilyn-Verschnitt auf Plateausohlen durch die Alltagswelt - und landet bei sieben unansehnlichen Schwestern der Studentinnen- Verbindung Zeta, die wegen Mitgliedermangels ihr heruntergekommenes Haus aufgeben soll. Ein Fall für Männerexpertin Shelley.
Eine trashige Komödie um Selbstfindung und wahre Werte, die nicht im Äußeren liegen, hat Fred Wolf in seiner zweiten Regiearbeit «The House Bunny» vom Zaun gebrochen. Der schrillen Klamauk liebende Mega- Komiker Adam Sandler («Leg' Dich nicht mit Zohan an») fungiert mit seiner Firma Happy Madison als Produzent - Wolf (43) ist alter Comedy-Kumpel aus «Saturday Night Live»-TV-Zeiten.
Das Drehbuch schrieben die «Legally Blonde»-Autorinnen Karen McCullah Lutz und Kirsten Smith. Ihre knallbunte Geschichte weist bei aller Oberflächlichkeit und Albernheit auch skurrilen Witz und Charme auf: dank ihrer Grundidee, der Konfrontation von Bunny und Blaustrümpfen, sowie der vielen sympathischen jungen Darsteller. Dabei haben Colin Hanks und Rumer Willis als Star-Kinder nur die berühmtesten Nachnamen - an die Wand spielen ließen sich etwa Faris («Scary Movie») oder Emma Stone als Zeta-Chefin durch sie nicht.
Mit weit aufgerissenen blauen Augen , nach oben gezogenen Botox- Mundwinkeln und Po-Manschetten mimt die 29-jährige Hauptdarstellerin das Playmate, das auszog, verklemmten Akademikerinnen den Weg aus ihrer Misere zu weisen: Shelley wird Hausmutter bei Zeta, verpasst dem alten Gemäuer und seinen Bewohnerinnen ein neues Styling, um besser in die Gesellschaft zu passen. Derweil dienen Sprüche wie «Augen sind die Nippel des Gesichts» und «Jungs wollen, was andere Jungs wollen» als Lebenshilfe für Zeta-Girls und Kinobesucherinnen. Hippe Klamotten, Baden im Daiquiri-Pool oder eine Karaoke-Szene mit «Like A Virgin» markieren den durchaus launigen Verwandlungsprozess.
Am Ende lernen beide Seiten voneinander - und das Ex-Bunny erkennt, dass hinter seiner falschen Oberweite ein echtes Herz schlägt. Damit erobert Shelley denn auch ihren Oliver, einen kreuzbraven Pflegeheim-Manager, der aussieht wie Tom Hanks in jung.
www.housebunny-derfilm.de Von Ulrike Cordes, dpa
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