Richard Gere und Diane Lane in Berlin
Berlin Der Unterschied zwischen Leben und Leinwand könnte kaum größer sein: In dem Liebesdrama «Das Lächeln der Sterne» spielt Richard Gere einen verhärmten Arzt mit Hang zu Wutausbrüchen.
Im wirklichen Leben zeigte sich der gläubige Buddhist dieser Tage in Berlin von seiner besonnenen, stets freundlichen Seite. Rund um die Deutschlandpremiere der Literaturverfilmung am Dienstagabend sprach der Hollywoodstar über Liebe, den Dalai Lama und die harmonische Zusammenarbeit mit Diane Lane, die nach «The Cotton Club» (1984) und «Untreu» (2002) zum dritten Mal seine Leinwandpartnerin ist und ebenfalls nach Berlin gekommen war. «Wir haben stets Respekt füreinander und vertrauen uns», verriet der 59-Jährige den Schlüssel für die erfolgreiche Zusammenarbeit mit ihr.
«Das Lächeln der Sterne» ist «taschentuchintensives» Herzschmerz- Kino. Zwei Fremde finden nach vielen Enttäuschungen im Leben zueinander. Der Chirurg Paul (Gere) macht sich nach einer Operation schwere Vorwürfe, möglicherweise den Tod eines Menschen verschuldet zu haben. Auf einer Reise an die Ostküste lernt er Adrienne (Lane) kennen, die auf den Trümmern ihrer Ehe steht. «Dieser Film handelt von zwei Menschen, die auf Gleisen festgefahren scheinen und dann lernen, neue Wege zu gehen», sagte Regisseur George C. Wolfe. Das Liebesdrama startet am 16. Oktober in den Kinos.
Vorlage war der gleichnamige Roman «Das Lächeln der Sterne» von Nicholas Sparks («Message in a Bottle»). Mehrere Todesfälle prägen die dramatische Handlung. Dennoch meinte Gere: «Ich sehe das nicht als Tragödie. Jede Figur durchlebt eine wichtige persönliche Veränderung.» Auch die Todeserfahrung mancher Leinwandfigur ändere daran nichts.
Zum Filmthema Liebe sagt Gere: «Die Essenz der Liebe ist es, sich dem anderen voll und ganz anzuvertrauen. Und man muss wahre Liebe an andere weitergeben.» Dabei lächelte er und sah kurz hinter sich. «Sehen Sie, dort ist meine Frau.» Seine Ehefrau Carey Lowell (47), mit der Gere ein gemeinsames Kind hat, stellte sich einige Meter entfernt dem Blitzlichtgewitter der Fotografen. Lowell war als Bondgirl in «Lizenz zum Töten» (1989) bekanntgeworden.
Knapp eine halbe Stunde nahm sich Gere Zeit für Fragen der wartenden Journalisten. Die kamen aus aller Welt, Kamerateams aus Belgien, Tschechien, Polen und Russland waren vor Ort. Immer wieder ging der Hollywoodstar zu den rund hundert Fans, die im Regen ausharrten. Sprechchöre wie «Richard, Richard!» oder «Mister Hollywood» tönten dem 59-Jährigen entgegen.
Nach der Begegnung mit Adrienne ändert sich die Filmfigur Paul radikal. Und welche Momente waren im wahren Leben entscheidend? «Die Begegnung mit meiner Frau und mit dem Dalai Lama», sagt Gere ohne Zögern. Nur bei dem Thema China und den niedergeschlagenen Protesten in Tibet verliert sich sein gewinnendes Lächeln. Trotz internationaler Proteste und des Medieninteresses an China zu den Olympischen Spielen habe sich nichts an der schlechten Situation für die Tibeter geändert, meinte Gere, der seit Jahren mit einer Stiftung Pro-Tibet-Projekte unterstützt. Olympia sei für die Chinesen «eine vertane Chance zur inneren Öffnung» gewesen.
Viel Zeit abseits des roten Teppichs blieb dem Frauenschwarm in drei Tagen Berlin nicht. Schon am Mittwochmorgen sollte es zur Italien-Premiere des Films nach Rom weitergehen. «Ich habe kaum etwas von Berlin gesehen», meinte Gere bedauernd.
dpa-infocom
















