«Drachenläufer»: Berührendes Melodram auf DVD
Hamburg Das berührende Schicksal der jungen Drachenläufer aus Afghanistan ist einem Millionenpublikum längst bekannt.
Der Erstlingsroman «Drachenläufer» des in den USA lebenden afghanischen Autors Khaled Hosseini war 2003 ein Bestseller - acht Millionen verkaufte Exemplare in drei Dutzend Ländern. Die von Regisseur Marc Forster verfilmte Geschichte einer Jungenfreundschaft und ihr jähes Ende vor dem Hintergrund zweier Jahrzehnte afghanischer Geschichte - vom Einmarsch der Sowjets bis zur Herrschaft der Taliban - ist jetzt auf DVD erschienen. Die Stars sind unbekannte Schauspieler, Kinder von der Straße. Gedreht wurde in einer entlegenen Wüste in West-China an der Grenze zu Afghanistan.
Lob gab es von dem vielleicht strengsten Kritiker, Romanautor Hosseini, der Forster und dem Produktionsteam als Berater eng zur Seite stand. «Am Ende ist es eine Geschichte über Dinge, die wir alle selbst erlebt haben. Es geht um Freundschaft, eine komplexe Eltern-Kind-Beziehung und Ehre, menschliche Probleme eben, die nur zufällig in Afghanistan angesiedelt sind», sagte Hosseini.
Das Kernstück des Films spielt im Kabul der 70er Jahre, vor der Invasion der Sowjetischen Armee. Zwischen dem wohlhabenden Amir und dem ungebildeten Hassan, dem Sohn des Hausdieners, liegen Welten. Doch trotz der Klassen- und ethnischen Unterschiede sind die Zwölfjährigen beste Freunde. Beim Drachenfliegerwettbewerb sind sie als Team unschlagbar.
Die Freundschaft nimmt ein jähes Ende , als Hassan von einer Jugendbande brutal vergewaltigt wird. Sein Freund wird Augenzeuge, kommt ihm aber aus Angst nicht zur Hilfe. Nach dem Einmarsch der Sowjets flieht Amir mit seinem Vater in die USA. Erst Jahre später kehrt er in seine Heimat zurück, wo nun die radikalislamischen Taliban herrschen, um seine Schuld wettzumachen.
US-Filmkritiker haben die unter Tausenden von afghanischen Schulkindern ausgesuchten Jungen mit Lob überschüttet. Der Auftritt des jetzt 13 Jahre alte Ahmad Khan Mahmoodzada, der den jungen Hassan spielt, «zählt zu den großartigsten Kinderdarbietungen in der Filmgeschichte», befand die «New York Times». Bei der Vergabe der «Critics Choice Awards» am 7. Januar in Los Angeles wurde er zum besten Nachwuchsstar ernannt.
www.paramount.de Von Barbara Munker, dpa
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