Udo Lindenberg und die Wonnen des Lebens
Hamburg Udo Lindenberg (62), seit bald vier Jahrzehnten erfolgreicher Rockmusiker, ärgert sich über Altersgenossen ohne Ziele.
«Wenn ich sehe, wie manche ältere Menschen alle Träume und Pläne aufgeben, macht mich das manchmal fast schon aggressiv. Die wirken wie die Vorboten eines nahenden Todes und werden zum echten Kinderschreck», sagte der 62-Jährige in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in Hamburg. «Alter steht für Radikalität und Meisterschaft! Besser ein älterer Indianer mit bunter Feder am Kopf als immer nur graue Hüte!», sagte Lindenberg vor dem Start seiner Deutschlandtour am Montagabend in Rostock.
Als junge Rock'n'Roller hätten er und seine Kollegen zwar «niemals gedacht, dass wir überhaupt mal so alt werden». Das Rad der Zeit möchte er dennoch nicht zurückdrehen: «Jede Lebensstufe hat ihre Wonnen. Der Alte, der nicht mehr karrieregeil ist und nicht mehr gemobbt wird, hat oftmals wunderbare Freiheiten», meinte der in Hamburg legende Künstler. «Mit 32 war ich noch da zu Hause, wo Zwerge lange Schatten werfen. Ein stressgeplagter kleiner Maulwurf in enger Erdnähe.» Jetzt sei er eher «ein entspannter Überflieger-Vogel, der sich das Alltagsgeschubse mehr von oben ansieht».
dpa-infocom













