Tori Amos: Karrierestart auf DVD
Hamburg Einfach und verständlich, so sind die meisten Erfolgs-Geschichten gestrickt. Doch bisweilen gibt es Ausnahmen von der Regel.
Als im Jahr 1992 eine Frau die britischen Hitparaden im Sturm nahm, obwohl sie weder den Trends noch irgendwelchen gängigen Vorstellungen von Popmusik entsprach, da standen selbst Experten vor einem Rätsel. Das übrigens bis heute nicht geknackt scheint, denn Tori Amos entzieht sich weiterhin jeder handelsüblichen Schublade.
«Little Eartquakes» hieß das Debüt-Album von Tori Amos, mit dem sie die Popwelt damals leicht zum Beben brachte. Noch bevor ihre 2 Millionen Mal verkaufte Platte erschien, trat die rothaarige Elfe 1991 bereits beim Jazzfestival in Montreux auf. Ein Auftritt, der glücklicherweise festgehalten wurde und jetzt auf DVD («Live At Montreux 1991/1992») erschienen ist.
Seit mittlerweile über 15 Jahren zählt Tori Amos zu den interessantesten weiblichen Solo-Künstlerinnen abseits des Mainstream-Pop. Autobiografisch gefärbte Texte, schlicht-schöne Piano-Arrangements, Amos' markante Stimme und das Talent, stets eine etwas mysteriöse Stimmung zu erzeugen, machen den Charme ihrer Songs aus. Für Pop-Plattitüden und Stereotypen bleibt kein Platz in Tori Amos' Werk, das neun reguläre Alben umfasst.
Besonders die frühen Songs des ersten Albums «Little Earthquakes» brachten Tori Amos den Ruf ein, die Kate Bush der 90er Jahre zu sein. Bis auf «Girl», «Mother» und «Tear In Your Hand» hatte sie in Montreux alle Songs ihres Debüts im Programm, die teilweise zum ersten mal live gespielt wurden. Ein Piano reichte der 27-Jährigen dazu - wie immer schon, saß sie doch bereits seit ihrem 13. Lebensjahr in den Bars der amerikanischen Ostküste hinter dem Klavier.
In Montreux hatte die Newcomerin nichts zu verlieren, da «eigentlich niemand wusste, wer ich war», erinnert sich Tori Amos. Aber alles zu gewinnen: Nachdem «Little Eartquakes» in England schließlich bis auf Platz 14 kam, wurde sie erneut nach Montreux eingeladen, was ebenfalls auf die Live-DVD gebannt wurde. Diesmal waren die Erwartungen größer, die Tori Amos aber keineswegs aus der Bahn warfen. Einen souveränen Auftritt legte sie 1992 hin, bei dem die exzentrischen Coverversionen des Led-Zeppelin-Klassikers «Whole Lotta Love» und der Nirvana-Jugendhymne «Smells Like Teen Spirit» zusätzliche Höhepunkte sind.
dpa-infocom













