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DAX auf tiefstem Stand seit Juli 2006

Frankfurt/Main - Der neue Höhepunkt der Finanzkrise hat den deutschen Aktienmarkt am Montag erneut auf Talfahrt geschickt. Neben der Krise des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate machten neue Hiobsbotschaften aus der europäischen Bankenbranche den Anlegern zu schaffen, sagten Börsianer.

Der DAX schloss mit einem Minus von 7,07 Prozent auf 5387,01 Punkte und damit auf dem tiefsten Stand seit Juli 2006. Zeitweise war er bis auf 5292 Zähler gefallen. Der MDAX verlor 8,66 Prozent auf 6131,59 Punkte und notierte damit sogar auf dem tiefsten Stand seit Mitte 2005. Der TecDAX fiel um 11,27 Prozent auf 604,17 Zähler und markierte damit ebenfalls ein Zweijahrestief.

«Das Vertrauen der Anleger ist durch die Krise der Hypo Real Estate sehr stark angekratzt», sagte Helaba-Marktstratege Christian Schmidt. Auch das Verhältnis unter den Banken habe sich immer noch nicht normalisiert. Zudem werde immer mehr erwartet, dass die Ausweitung der Finanzkrise auch Spuren in der Realwirtschaft hinterlassen werde. Es sei damit zu rechnen, dass der Abwärtstrend anhalte.

Die Finanzwerte gerieten entsprechend unter Druck und verbuchten zweistellige Verluste. Allen voran verloren die Titel der Hypo Real Estate (HRE) 37,42 Prozent auf 4,70 Euro. In der Nacht zum Montag einigten sich Regierung und Finanzwirtschaft nach zähem Ringen auf ein neues Rettungspaket für den Immobilienfinanzierer. Dieses umfasst insgesamt 50 Milliarden Euro. «Ein Desaster», kommentierte ein Börsianer offensichtliche Fehleinschätzungen des Finanzierungsbedarfs beim Immobilienfinanzierer.

Daneben belastete nach Meinung von Marktteilnehmern auch das europäische Umfeld die Branche, ein Analyst bezeichnete es als «Katastrophe». Die UniCredit kündigte zum Wochenauftakt eine Kapitalerhöhung an. Die französische BNP Paribas übernimmt nach der Verstaatlichung der niederländischen Aktivitäten des Finanzkonzerns Fortis dessen Geschäft in Belgien und Luxemburg.

SAP rutschten nach der Vorlage vorläufiger Zahlen um 16,41 Prozent auf 28,84 Euro ab. Europas größter Softwarehersteller bleibt eigenen Angaben zufolge im dritten Quartal beim Umsatz unter den eigenen Erwartungen.

Im MDAX brachen Premiere ein und verloren 29,35 Prozent auf 3,25 Euro. Nach dem Eingeständnis künstlich aufgeblähter Abonnentenzahlen gerät die Premiere-Spitze immer mehr unter Druck. In den Reihen der Anteilseigner werde bezweifelt, dass der Aufsichtsratsvorsitzende Rainer Grosskopf seine Kontrollpflichten ausreichend erfüllt habe, berichtet das «Handelsblatt» aus Branchenkreisen.

Der EuroSTOXX 50 verbuchte ebenfalls dramatische Verluste und rutschte um 7,75 Prozent auf 2872,38 Zähler ab. Die Börsen in Paris und London rutschten ebenfalls ab. Der Dow-Jones-Index stand zu Handelsschluss in Europa rund vier Prozent im Minus.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 3,75 (Freitag 3,86) Prozent. Der Rentenindex REX kletterte um 0,62 Prozent auf 120,25 Punkte. Der Bund Future legte um 0,45 Prozent auf 116,73 Zähler zu. Der Kurs des Euro fiel deutlich. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3634 (Freitag: 1,3834) Dollar fest. Der Dollar kostete 0,7335 (0,7229) Euro.

dpa-infocom


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