Devisen: Euro sinkt auf Ein-Jahres-Tief - Schwache US-Daten helfen nicht
FRANKFURT - Selbst abermals schwache US-Konjunkturdaten haben dem Euro am Freitag nicht auf die Sprünge helfen können. Die europäische Gemeinschaftswährung sank am Nachmittag auf bis zu 1,3701 US-Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Jahr. Weniger hatte der Euro zuletzt im September 2007 gekostet. Zuletzt erholte sich der Euro wieder etwas und notierte bei 1,38 Dollar. Die EZB hatte den Referenzkurs am frühen Nachmittag noch auf 1,3834 (Donnerstag: 1,3903) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete 0,7229 (0,7193) Euro.
Bereits seit Wochen spielen Konjunkturdaten an den Devisenmärkten laut Experten eine eher untergeordnete Rolle. Im Blickpunkt stehe vielmehr die internationale Finanz- und Bankenkrise sowie deren Auswirkungen auf das weltweite Wachstum. Dies habe viele Anleger insbesondere aus den USA dazu veranlasst, Anlagen im Ausland aufzulösen. Speziell US-Staatsanleihen gelten unter Investoren derzeit als besonders "sicherer Hafen" - ungeachtet der Tatsache, dass die Krise ihren Ausgangspunkt in den USA hat. Die aktuell hohe Nachfrage nach amerikanischen Staatspapieren stützt den Dollar und schwächt den Euro, wird argumentiert.
Selbst Konjunkturdaten aus der "ersten Reihe" - also für gewöhnlich äußerst marktbewegende Zahlen - würden zurzeit nur am Rande zur Kenntnis genommen, heißt es unter Marktbeobachtern. So haben neue Daten vom amerikanischen Arbeitsmarkt laut der italienischen Großbank UniCredit bestätigt, dass sich die USA in einer Rezession befinden. Nach Zahlen des US-Arbeitsministeriums wurden im September erneut zahlreiche Arbeitsplätze abgebaut. Wegen des schwachen Arbeitsmarkts, der schlechten Wirtschaftsstimmung und der Finanzkrise rechnen die Ökonomen der UniCredit mit einer Zinssenkung der US-Notenbank um 0,50 Punkte noch in diesem Monat.
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen
Euro
dpa-infocom

















