Börsen im Sinkflug: Dow Jones unter 10 000 Punkten
Frankfurt/New York/Tokio - Die Finanzmarktkrise hat die Aktienmärkte am Montag erneut auf Talfahrt geschickt. Der weltweite Börsen-Leitindex Dow Jones rutschte erstmals seit vier Jahren unter die wichtige 10 000-Punkte-Marke und verlor zu Beginn der neuen Handelswoche mehr als 3 Prozent.
In Brasilien lösten die Turbulenzen eine Börsen-Panik aus. Die Krise um den Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) ließ den DAX bis zum frühen Abend zeitweise mehr als 7 Prozent einbrechen. Der japanische Leitindex Nikkei fiel mit einem Minus von mehr als 4 Prozent auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren.
Vor allem Finanztitel zählten weltweit zu den großen Verlierern. «An der Börse kursiert die Angst, dass noch mehr Banken pleitegehen», sagte ein Aktienhändler. «Jetzt wird geguckt, wer noch alles Leichen im Keller haben könnte und als nächstes über die Wupper geht.» Die Aktie des Münchner DAX-Konzerns HRE brach in Frankfurt um mehr als 40 Prozent ein. Der Euro sank deutlich auf 1,36 Dollar (Freitag: 1,38).
Der Leitindex DAX rutschte unter die Marke von 5400 Punkten und damit auf den tiefsten Stand seit Juli 2006. Alle 30 DAX-Aktien standen im Minus. Der EuroSTOXX 50, der Index für die größten europäischen Unternehmen, gab ähnlich stark nach wie der DAX. Die stärksten Verluste verzeichnete der russische Aktienmarkt. Der Leitindex RTS verlor in den ersten drei Handelsstunden knapp 14 Prozent. In Brasilien musste der Handel am größten Aktienmarkt Lateinamerikas 18 Minuten nach Beginn wieder ausgesetzt werden, nachdem der Leitindex Bovespa um mehr als zehn Prozent abgesackt war.
Die Sorgen über die Auswirkungen der Bankenkrise auf die reale Wirtschaft hatten am Morgen (Ortszeit) auch an den asiatischen Börsen für Verluste gesorgt. Der 225 führende Werte umfassende Nikkei schloss bei 10 473,09 Punkten mit 4,3 Prozent im Minus. Der Hang Seng Index in Hongkong verlor bis Handelsschluss knapp 5 Prozent. In Indonesien brachen die Kurse mit rund 10 Prozent so stark ein wie seit der Asienkrise vor zehn Jahren nicht mehr.
Die Ölpreise gerieten ebenfalls kräftig unter Druck. Ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte WTI zur Lieferung im November kostete 89,48 Dollar und damit 4,40 Dollar weniger als zum Handelsschluss am Freitag.
dpa-infocom


















