Devisen: Euro auf den tiefsten Stand seit 13 Monaten gefallen
FRANKFURT - Der Kurs des Euro ist am Montag angesichts
der sich verschärfenden Kreditkrise in Europa auf den tiefsten Stand seit 13
Monaten gefallen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am Abend mit 1,3486
US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs
zuvor auf 1,3634 (Freitag: 1,3834) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete 0,7335
(0,7229) Euro.
"Die weltweite Finanzkrise belaste immer stärker den Bankensektor in der
Eurozone", sagte Rainer Sartoris vom Bankhaus HSBC Trinkaus & Burkhardt. Der
Blick der Devisenmärkte richte sich immer stärker auf die Eurozone. So musste in
Deutschland für den angeschlagenen Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE)
am Sonntag ein neues noch größeres Rettungspaket geschnürt werden.
"Der US-Dollar hingegen wird durch die Verabschiedung des Rettungspakets für den
Bankensektors durch das US-Kongress gestützt", sagte Sartoris. In der Eurozone
zeichne sich hingegen noch kein vergleichbares gemeinsames und umfassendes
Vorgehen ab.
"Der Euro werde zudem auch durch die Erwartung einer Zinssenkung durch die
EZB belastet", sagte Sartoris. "Die EZB hat am vergangenen Donnerstag die Tür
für einer Zinssenkung weit aufgemacht." Zuvor hatte die EZB vor allem noch die
Inflationsgefahren betont. "Der Schwenk der EZB sei für die Märkte zu schnell
gekommen", sagte Sartoris.
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen
Euro auf 0,77280 (0,78355) britische Pfund , 140,78 (145,09)
japanische Yen und auf 1,5534 (1,5654) Schweizer Franken
fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 836,50 (828,00) Dollar
gefixt.
Mo, 06. Oktober 2008, 17:06 © Rhein-Zeitung & dpa-infocom
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