Arbeit mit Chemikalien: Schutzhandschuhe oft wechseln
Berlin Schutzhandschuhe für das Arbeiten mit Chemikalien sollten häufiger gewechselt werden, als nach Herstellerangaben notwendig ist.
Das empfehlen die gesetzlichen Kranken- und Unfallversicherungen in Berlin im Rahmen ihrer «Präventionskampagne Haut».
Welcher Handschuh tatsächlich der am besten geeignete ist, hängt dabei vor allem davon ab, mit welchen Stoffen der Arbeitnehmer in Berührung kommt. Alte Schutzhandschuhe sollten ohnehin regelmäßig gegen neue ausgetauscht werden. Denn es besteht die Gefahr, dass sich Chemikalien durch das Material hindurchfressen und der Handschuh dann keinen ausreichenden Schutz mehr bietet. Jeder Hersteller sei verpflichtet anzugeben, wie lange der Handschuh getragen werden darf. Messungen im Institut für Arbeitsschutz in St. Augustin bei Bonn hätten nun jedoch ergeben, dass oft eine zu lange Tragedauer angegeben wird, erklären die Kranken- und Unfallversicherungen.
Chemikalien gibt es den Angaben zufolge in fast allen Berufen, von der Baubranche über das Druckgewerbe bis zum Gesundheitswesen. Viele chemische Substanzen schädigten die Haut bei einem Kontakt: Krankheitserreger könnten eindringen und Entzündungen hervorrufen. Manche Stoffe, die durch die Haut dringen, seien sogar Krebs erregend. In vielen Berufen sind Schutzhandschuhe daher Pflicht.
Hauterkrankungen sind mit einem Anteil von 42 Prozent die häufigste bestätigte Berufskrankheit. Oft werden sie von Chemikalien wie Konservierungs- und Desinfektionsmitteln, Kühlschmierstoffen, Reinigungs- oder Lösemitteln ausgelöst. Im Jahr 2007 erkrankten in Deutschland 10 305 Menschen an beruflich bedingten Hauterkrankungen.
Bei der Suche nach dem am besten geeigneten Schutzhandschuh hilft den Angaben zufolge ein Blick auf das Sicherheitsdatenblatt der Chemikalie oder Online-Datenbanken wie «Wingis», «Gisbau» oder «Gestis». Auch Präventions-Experten der Berufsgenossenschaft oder der Unfallkasse stehen Arbeitgebern und Beschäftigten beratend zur Seite.
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung: www.dguv.de
Haut-Portal: www.2m2-haut.de
dpa-infocom











