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Prepaid-Kreditkarte für Teens: Gebühr prüfen

Berlin Eine Kreditkarte ist ein nützliches Stück Plastik - für Jugendliche, die zum Beispiel einen Schüleraustausch machen oder mit Freunden auf Reisen sind, blieb bisher allerdings nur das Zahlen mit Bargeld oder Reiseschecks.

Und wurden sie im Internet zur Kasse gebeten, musste oft die Kreditkarte von Mama oder Papa herhalten. Mittlerweile wächst aber die Auswahl an sogenannten Prepaid-Kreditkarten: Mit ihnen können Jugendliche bezahlen wie die Alten - und Spezialkarten aus dem Handel haben das Angebot jüngst erweitert.

Die Karten für unter 18-Jährige werden in der Regel mit einem nach oben begrenzten Betrag aufgeladen und können nicht überzogen werden. Viele Unternehmen und Firmen haben diesen Vorteil für Jugendliche jetzt für ihr Marketing entdeckt - Anbieter sind also nicht mehr nur Banken, sondern mittlerweile auch Modeketten und Online-Dienste. «Eine Prepaid-Kreditkarte an sich ist zunächst für den Zweck sinnvoll, wenn Jugendliche im Ausland flexibel bezahlen möchten», sagt Stephanie Pallasch von der Stiftung Warentest in Berlin. Zusätze sollten aber genau auf ihren Nutzen hin geprüft werden.

Wer eine Karte anschaffen will, sollte einen konkreten Zweck dafür haben, sagt auch Thomas Schlüter vom Bundesverband deutscher Banken in Berlin. Wenn zum Beispiel Vergünstigungen beim Einkauf die Jahresgebühr aufwiegen, lasse sich schnell profitieren. Aber besonders bei den kostenpflichtigen Karten, die bisher auf dem Markt überwiegen, ist der Kosten-Nutzen-Vergleich wichtig. Denn manche Karte kostet eine Jahresgebühr, die der von Erwachsenenkarten nicht nachsteht - allerdings nicht bei allen Anbietern.

Microsoft bietet beispielsweise mit seinem Online-Spieleportal Xbox Live in Kooperation mit der Landesbank Berlin und Visa Card die «Xbox Visa Card» für junge Leute ab 12 Jahren an. Wer noch nicht volljährig ist, bekommt die mit maximal 500 Euro aufladbare Kreditkarte mit einer Einverständniserklärung der Eltern und kann Spiele damit selbst online bezahlen. Eine Jahresgebühr fällt bei diesem Angebot erst ab dem 23. Lebensjahr an, und auf das Guthaben wird ein Zinssatz von zwei Prozent gezahlt.

Bei der «New Yorker Dress Card», die speziell für die Kunden der Modekette ab 14 Jahren angeboten wird, gibt es dagegen keine Zinsen. Stattdessen winken bei dem Kooperationsprojekt von der Modekette, der HSH Nordbank und MasterCard wechselnde Vergünstigungen bei Partnern, über die sich die Jugendlichen online informieren können. Die «New Yorker DressCard» ist mit bis zu 500 Euro aufladbar und kostet pro Jahr 12,95 Euro.

Die Schwäbische Bank in Stuttgart , die ihre aufladbare Bezahlkarte «MyPrepaid» bereits für Kinder ab 7 Jahren zur Onlinebestellung anbietet, verfährt nach einem anderen Prinzip als die meisten Anbieter: Für die Karte selbst müssen die Eltern keine Zustimmung mehr geben, dafür aber für den Verfügungsrahmen. Pro Jahr fallen Kosten von 28 Euro plus eine einmalige Anschaffungsgebühr von 15 Euro an.

Eine noch höhere Grundgebühr bucht die Dresdner Bank ab: Die «Visa Prepaid Kreditkarte» können Jugendliche ab 14 für 30 Euro pro Jahr bekommen. Noch teurer ist die «Visa Card Prepaid» der Postbank für Jugendliche ab 14 Jahren mit 33 Euro pro Jahr. Hier lockt jedoch eine automatische Einkaufsversicherung für Waren ab 50 Euro, die mit der Karte bezahlt wurden.

Frank-Christian Pauli vom Verbraucherzentrale Bundesverband in Berlin rät Jugendlichen und Eltern, das eigene Ausgabeverhalten insbesondere bei den Angeboten mit kommerziellen Projektpartnern genau zu hinterfragen. Er ist der Ansicht, dass sich Jugendliche möglicherweise gezwungen sehen, ihr Taschengeld nur bei den Kooperationspartnern auszugeben, denn das Zahlungsmittel werde nicht überall anerkannt. Und so gesehen sei die Freiheit, die eine Kreditkarte verspricht, in Wirklichkeit eingeschränkt.

Auch Helmut Weigt vom Bundesverband Finanz-Planer aus Mainz sieht das so: «Vielen Erwachsenen ist diese Kaufbindung schon durch die vielen Kundenkarten bekannt.» Wichtig sei daher, dass gerade sie den Jugendlichen bewusst machen, dass sie sich bei ihren Kaufentscheidungen nicht nur an das Unternehmen gebunden fühlen sollten, dessen Karte sie im Geldbeutel haben. Auf den Zweck kommt es an Wegen der zum Teil hohen Grundgebühren sollten Jugendliche für eine Kreditkarte einen guten Grund oder konkreten Anlass haben. «Für uns stellt der Auslandsaufenthalt den Hauptzweck da, für den die Karten wirklich sinnvoll sind», sagt Stephanie Pallasch von der Stiftung Warentest in Berlin. Sind es ausschließlich Computerspiele oder der hundertste Klingelton, der mit der Karte aus dem Netz geladen und bezahlt werden soll, müsse keine eigene Karte her. Von Stefanie Hiekmann, dpa

dpa-infocom


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