Mehr Familien bekommen Kinderzuschlag
Berlin Mehr Familien mit geringem Einkommen erhalten vom 1. Oktober an den Kinderzuschlag.
Im kommenden Jahr sollen etwa 250 000 Kinder davon profitieren.
Damit würde der Kreis der Berechtigten nahezu verdoppelt. Der Zuschlag bleibt bei 140 Euro pro Kind. Er soll verhindern, dass arbeitende Eltern nur wegen der Kinder auf Arbeitslosengeld II angewiesen sind. Jedes sechste Kind in Deutschland wächst derzeit in einer von Armut bedrohten Familie auf.
Der Höchstzuschlag ändert sich nicht. Die Grenze des Mindesteinkommens wird bei Paaren auf 900 Euro gesenkt, bei Alleinerziehenden auf 600 Euro. Oberhalb der Einkommensgrenzen wird das Einkommen nur zu 50 Prozent statt bisher zu 70 Prozent angerechnet. Das Antragsverfahren soll leichter werden. Wer Arbeitslosengeld (ALG) II bekommt, erhält einen Kurzantrag. Die Neuregelung soll für die Begünstigten den Anreiz erhöhen, eine Beschäftigung aufzunehmen oder eine bestehende Arbeit auszubauen. Für die Kosten von gut 250 Millionen Euro im Jahr kommt der Bund auf.
Die Bundesagentur für Arbeit kündigte eine rasche Bearbeitung an, damit der Zuschlag den Familien schnellstmöglich gezahlt werden kann. Familien, die den Kinderzuschlag zum ersten Mal bekommen, sollen aktuelle Unterlagen zu Einkommen, Vermögen und anderen Leistungen zusammen mit dem Antrag einreichen. Eltern mit Kindern, die nur ALG II, Sozialgeld oder Sozialhilfe bekommen und sonst kein Einkommen oder Vermögen haben, können nur Kindergeld, aber keinen Kinderzuschlag erhalten.
Weitere Infos (unter «Bürgerinnen & Bürger», dann «Familie und Kinder»): www.arbeitsagentur.de
Familienministerium: www.bmfsfj.de
dpa-infocom










