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Affären und Sex im Web belasten viele Paare

Frankfurt/Main Affären und sexuelle Kontakte über das Internet belasten nach Einschätzung von pro familia Hessen viele Paare.

«Diese Themen nehmen seit einigen Jahren in der Beratung zu», sagte die Darmstädter Paar- und Sexualberaterin Heike Pinne in Frankfurt.

Betroffen seien Menschen aus allen Schichten, häufiger Männer als Frauen. Viele kämen in die Beratung, weil ein Verhältnis im Internet aufgeflogen sei, «oder weil sich ein Partner ganz intensiv dem Computer zuwendet und für den anderen nicht mehr greifbar ist».

«Viele Menschen begeben sich auf der Suche nach einer Affäre oder einer sexuellen Begegnung ins Internet», berichtete Pinne von der Gesellschaft für Familienplanung, Sexualpädagogik und Sexualberatung. «Die meisten gehen mit dem Bewusstsein ins Internet, dass sie etwas suchen, was sie in der Beziehung nicht finden, rechnen aber nicht unbedingt mit einer Affäre», sagte die Fachfrau. «Menschen, die in ihrer Beziehung unzufrieden sind, suchen jemanden zum Reden.» Daraus entwickelten sich dann virtuelle Begegnungen im Chatroom, manchmal aber auch echte Affären.

Manche Menschen lebten über dieses Medium auch sexuelle Wünsche aus, die sie ihrem Partner nicht offenbaren wollten oder könnten. Männer wie Frauen suchten im Netz auch «Dinge, die in der Beziehung mühsam verhandelt werden müssten, schmerzhaft oder nicht leicht zu besprechen sind». Frauen wendeten sich oft dem Internet zu, weil sie sich von ihrem Mann vernachlässigt fühlten oder das Gefühl hätten, er weiche ihnen aus. «Männer entziehen sich dagegen meist vor dem Computer der Kommunikation.»

Der Umgang mit dem Computer habe «manchmal auch Suchtcharakter und muss behandelt werden», sagte Pinne. Wie Spielsucht gebe es auch eine Computer- und sogar eine Pornografie-Sucht. Süchtiges Verhalten liege immer dann vor, wenn das Tun nicht mehr kontrolliert werden könne, und drohe das ganze Leben zu bestimmen. «Süchtiges Verhalten hat immer etwas damit zu tun, dass man irgendwas nicht fühlen möchte oder vertuschen muss.»

Beratungsstellen von pro familia: www.profamilia.de

Wenn der PC zur Sucht wird: Experten erarbeiten Hilfen

dpa-infocom


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