Entlaufene Vierbeine suchen und finden
Bonn/Frankfurt/Main Wenn der geliebte Vierbeiner wegläuft, ist das für Tierhalter unter Umständen eine traumatische Situation.
Das ungewisse Schicksal des tierischen Familienmitgliedes lassen Herrchen und Frauchen meist keine Ruhe mehr.
Dabei stehen die Chancen, Bello und Miez wiederzufinden, nicht schlecht. Allerdings muss der Halter bei der Suche nach ihnen richtig vorgehen. Thomas Schröder vom Deutschen Tierschutzbund in Bonn rät betroffenen Tierhaltern, sofort bei den umliegenden Tierheimen anzurufen. «Dort werden immer wieder ausgebüxte Vierbeiner abgegeben», sagt Schröder. Auch ein Anruf bei der Polizei ist sinnvoll, da die Beamten oft als erstes angerufen werden, wenn jemand ein herrenloses Tier gefunden hat.
Können Tierheim und Polizei nicht weiterhelfen, besteht immer noch die Möglichkeit, dass sich der Ausreißer bei den Nachbarn versteckt. «Gerade Katzen streunen gern in fremden Gärten rum oder inspizieren Garagen und Keller in der Umgebung», erklärt Schröder. Viele Leute hängen in der näheren Umgebung außerdem Suchzettel auf. «Darauf sollte unbedingt ein Foto des Tieres und die Eigenarten in dessen Wesen beschrieben sein», sagt Schröder.
Ist das Haustier gechipt und im Deutschen Haustierregister eingetragen, reicht die Telefonnummer des Registers. Die Mitarbeiter dort nehmen dann Kontakt zum Tierhalter auf, wenn sich ein Finder meldet.
Astrid Behr vom Bundesverband Praktizierender Tierärzte in Frankfurt rät jedem, seinem Haustier einen Chip und damit eine individuelle und unverwechselbare Kennzeichnung einsetzen zu lassen. Sinn mache der Mikrochip aber nur, wenn die gespeicherten Daten des Tiers anschließend ins Deutsche Haustierregister aufgenommen werden. Tierheime und Tierärzte untersuchen ein herrenlos aufgegriffenes Tier sofort auf seinen Chip. «Die Kosten für Kennzeichnung und Registrierung liegen bei etwa vierzig Euro», sagt Behr.
Außerdem sollten Herrchen und Frauchen immer wieder selbst auf die Suche nach ihrem vermissten Vierbeiner gehen. Gerade während der Paarungszeit legen unkastrierte Kater mehrere Kilometer zurück. Aber auch Kastrierte bewegen sich täglich in einem Umkreis von mehreren hundert Metern.
Während der Suche sollte man das Tier immer wieder rufen und vertraute Geräusche machen. Katzen lassen sich zum Beispiel oft durch das Klappern ihrer Futterschale anlocken. Nachts ist die Chance, das Tier zu finden, sehr groß, da Katzen zu dieser Zeit besonders aktiv sind und vertraute Stimmen und Geräusche am weitesten hören.
Besonders Halter mehrerer Tiere können das Wohlbefinden des Einzelnen schnell aus den Augen verlieren. «Wenn zum Beispiel mehrere Katzen im Haushalt leben und sich nicht gut verstehen, kann es schnell passieren, dass einige davon abwandern», sagt Andrea Müller von der Tierrechtsorganisation PETA in Gerlingen. Sie fühlten sich in ihrem Revier nicht mehr wohl und suchen sich deshalb ein Neues.
Hunde, die gern jagen und im Wald plötzlich eine Spur wittern, gehen instinktiv ihrem Jagdtrieb nach. Das kann gefährlich für sie werden, da sie danach oft nicht mehr zurückfinden. Hundehalter sollten dann unbedingt an der Stelle warten, wo der Vierbeiner abgehauen ist, auch wenn es mehrere Stunden dauert.
Infos zum Tierregister: www. deutsches-haustierregister.de Registrierung beim Deutschen Haustierregister Nähere Informationen über eine Registrierung im Deutschen Haustierregister gibt es unter der Internetadresse «deutsches-haustierregister.de». Damit die Daten dort immer auf dem neuesten Stand sind, sollten Tierhalter jede Veränderung sofort mitteilen zum Beispiel einen Umzug oder wenn sie das Tier abgeben. Die Informationen können online oder unter der Faxnummer 0228/604 96 42 mitgeteilt werden. Von Manja Greß, dpa
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