Löw macht vor Russland-Kraftprobe Dampf
München Joachim Löw macht vor der Kraftprobe mit Russland auch den etablierten Kräften Dampf.
Für den Bundestrainer zählen vor dem WM-Qualifikationsspiel «gegen eine der besten Fußball-Nationen» keine früheren Verdienste, sondern allein die aktuelle Form.
«Wir brauchen gegen Russland Spieler , die top funktionieren. Wir werden darum im Training genau beobachten, wer - im Moment - eine sehr gute Verfassung hat», sagte Löw vor dem Treffpunkt der Nationalmannschaft in Düsseldorf der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
Das vierstündige Fan-Fest unter dem Motto «DFB hautnah», bei dem zum Auftakt der Vorbereitung auf die Punktspiele in Dortmund gegen den EM-Halbfinalisten Russland sowie vier Tage später in Mönchengladbach gegen Außenseiter Wales über 40 000 Besucher in der LTU-Arena erhofft werden, findet ohne Marcell Jansen statt. Der Abwehrspieler des Hamburger SV hat sich beim 2:1-Sieg des Hamburger SV in Cottbus einen Muskelfaserriss im linken Oberschenkel zugezogen, wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und der HSV mitteilten. Löw wird nach dem Ausfall womöglich noch einen Spieler nachnominieren. Als erster Kandidat gilt Schalkes Christian Pander.
Im Mittelpunkt steht die Rückkehr der zuletzt verletzten EM- Stammkräfte Ballack, Torsten Frings, Per Mertesacker und Arne Friedrich. Eine Einsatz-Garantie hat von diesem Quartett aber nur Ballack, nachdem dieser nach seiner Fußverletzung «wieder einige Spiele gemacht hat», wie Löw hervorhob. «Einige Spieler haben aber nach der EM noch nicht wieder ihre Top-Verfassung», bemerkte der Coach, der damit vor allem auch Innenverteidiger Mertesacker meint.
«Ich bin deshalb froh, dass wir mehr als nur ein, zwei Trainingstage vor dem Russland-Spiel haben», erklärte Löw, der sich bereits am Wochenende mit dem vor der EM ausgebooteten Timo Hildebrand zu einer persönlichen Aussprache getroffen hat. Beide verständigten sich darauf, dass allein die sportlichen Leistungen die Nationalmannschafts-Chancen des 29 Jahre alten Torhüters bestimmen, der in Valencia weiter um die Rückkehr in den Kader kämpfen will.
Im Gegensatz zu Teammanager Oliver Bierhoff, der den EM-Zweiten nach dem 3:3 in Finnland «unter Druck» sieht, verspürt Löw nach dem Start mit vier Punkten keine außergewöhnliche Brisanz. «Wir wissen, dass sich nur eine Mannschaft direkt für die WM qualifiziert. Aber wir sind doch immer unter Druck, egal gegen welchen Gegner. Die Russen sind ein Klasse-Team - das macht die Sache noch interessanter und spannender», sagte der Bundestrainer.
Ballack freut sich auf sein Comeback und peilt zwei Siege an. Durch die zwei verlorenen Zähler gegen Finnland «muss man so wichtige Spiele wie jetzt gegen Russland und Wales gewinnen», sagte der 32- Jährige im «kicker». Als «bedenklich» bezeichnete Ballack die drei Gegentore von Helsinki: «Offensive Spielweise ist ja schön und gut, aber wenn wir erfolgreich spielen wollen, muss das Defensiv-Verhalten stimmen.» Der 87-malige Nationalspieler dokumentierte mit dieser Aussage seinen Führungsanspruch, den er auch nach der jüngsten «Grundsatz-Diskussion über meine Person» erhebt. «Ich werde meinen Stil nicht ändern. Schließlich waren wir bei der EM erfolgreich, und da fühle ich mich als Kapitän in meiner Art, wie ich die Mannschaft nun schon seit Jahren begleite und führe, bestätigt.»
dpa-infocom













